Riots Vanguard-Update vom 17. September 2026 erklärt deutlich genauer, was Anti‑Boost in League eigentlich bekämpft. Ziel ist nicht schlicht „jeder zweite Account“. Riot fokussiert Situationen, in denen die reale Spielstärke durch Account Sharing, gekaufte Low-Rank-Accounts, absichtliches Deranking oder ein künstlich zu niedrig bewertetes Konto verschleiert wird, um andere Spieler hochzuziehen. Anti‑Boost startete im September 2025 zunächst privat in League und wurde nach ungefähr einem Jahr Beta auch von VALORANT übernommen. Riot sagt, seit Ende des vergangenen Jahres exakt 296.416 Accounts wegen Rank Manipulation über League und VALORANT hinweg geahndet zu haben, während das System noch nicht mit voller Stärke arbeite. Für normale Ranked-Spieler ist deshalb die entscheidende Frage: Wo endet ein legitimer Alt-Account und wo beginnen Boosting oder Hitchhiking?
Was Vanguard Anti‑Boost tatsächlich erkennt
Riot nennt Anti‑Boost eine Classification Layer, die erkennen soll, wenn ein erheblicher Teil des Ranked-Fortschritts eines Accounts nicht vom üblichen Besitzer, sondern von einem höher bewerteten Spieler erspielt wurde. Der Empfänger ist der Boostee, der stärkere Spieler der Booster. Das System wird nicht als einfacher Trigger auf eine Siegesserie beschrieben. Vanguard hilft Riot dabei, Account-, Geräte- und Gameplay-Muster zu verbinden und sichtbar zu machen, wenn die neue Performance weit außerhalb der historischen Skill-Signatur des Accounts liegt. Häufig spielen Booster zugleich mit niedriger gerateten Spielern, den sogenannten Hitchhikern.
Was mit dem geboosteten Account passiert
Wenn Vanguard feststellt, dass Rating durch einen Booster gewonnen wurde, kann Riot die von diesem Spieler erspielten Ranked Points oder Rewards widerrufen, den geboosteten Account Richtung ursprüngliches Rating zurücksetzen und temporär suspendieren. Wiederholte Verstöße führen zu steigenden Sperrdauern; der Riot-Beitrag nennt drei Tage als Anfang und beschreibt deutlich härtere Eskalationen bei Wiederholung. Ist der Account gekauft oder faktisch ein Disposable Smurf ohne legitimen Besitzer, sagt Riot, dass er permanent gebannt wird statt nur zurückgesetzt zu werden. Enforcement soll also nicht nur den Booster treffen, sondern auch das künstlich erzeugte Wettbewerbsergebnis entfernen.
Booster und Hitchhiker sind ebenfalls im Fokus
Riot erklärt, dass ein bekannter Booster mit wiederkehrendem Verhalten auch auf seinem eigenen Main-Account eskalierende Suspensions bekommen kann, wenn dieser zugeordnet werden kann. Wiederholte Hitchhiker, die von Smurfs oder Boostern profitieren, können den unverdienten Rang ebenfalls verlieren. Wichtig: Auf dem eigenen Account zu spielen macht die Konstruktion nicht automatisch sauber. Einen stärkeren Spieler dafür zu bezahlen, von einem Smurf mit dir zu queueen, oder einem High-Elo-Freund einen niedrigeren Account zu geben, erzeugt genau das Skill-Mismatch, das Anti‑Boost sucht.
Werden jetzt alle Alt-Accounts gebannt? Nein
Riot sagt, ungefähr 9 % der täglich aktiven Ranked-Accounts in League und VALORANT seien in der eigenen Messung Secondary Accounts. Nur etwa die Hälfte dieser Secondaries könne aber als bösartige Smurfs gelten. Außerdem hätten mehr als 70 % der Spieler mindestens einen Alt, selbst wenn sie ihn nicht jeden Monat nutzen. Anti‑Boost richtet sich bewusst nicht automatisch gegen einen ungeteilten Alt, den der Besitzer selbst erstellt und gelevelt hat. Riot nennt legitime Motive wie neue Champions/Strategien testen, ein Personal Best auf dem Main schützen, One-Trick-Accounts, Team-Training oder einen zweiten High-Rank-Grind.
Wann ein Alt riskant wird
Riots Faustregel dreht sich um Ownership und Absicht: Account selbst erstellen, selbst leveln, nicht teilen und Rating nicht manipulieren. Absichtliches Deranken, Kauf oder Leihe eines Low-Rank-Kontos, Strafumgehung oder das künstliche Niedrighalten eines Alts zum Hochziehen von Freunden fällt in den Bereich, den Anti‑Boost bekämpft. Riot empfiehlt sogar, einen Alt zunächst auf ein Rating nahe der echten Spielstärke zu bringen, bevor man viel mit Freunden queued; andernfalls kann der unverdiente Rang der Mitspieler entfernt werden, wenn die Gruppe von einem künstlich niedrigen Rating profitiert.
Verhalten, das Riot ausdrücklich als strafbar nennt
Riots nicht abschließende Beispiele: Account an einen Boosting-Dienst geben; Booster bezahlen, die auf Smurfs mit dir queueen; einem stärkeren Freund einen Low-Rank-Account geben; Low-Rank-Konten kaufen oder leihen, um Highlight-Clips gegen schwächere Gegner zu farmen; absichtlich verlieren, um einen Account zu deranken und danach jemanden zu boosten; neue Accounts kaufen, um Chatbans oder andere Strafen zu umgehen; Freunde auf Accounts hochziehen, die dir nicht gehören; koordinierte Smurf-Stacks mit Verbindung zu Account-Selling. Riot Support weist separat darauf hin, dass Rank Boosting, Account Trading und Profile Sharing gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen.
Was die Zahl 296.416 bedeutet – und was nicht
Riot sagt, seit Ende des vergangenen Jahres exakt 296.416 Accounts wegen Rank Manipulation in League und VALORANT geahndet zu haben. Diese Zahl kombiniert beide Spiele und ist kein reiner League-Ban-Count. Sie ist auch keine Zahl harmloser selbst besessener Alts; darunter fallen Boosting, Shared/Purchased Accounts und andere Manipulationsmuster. Riot nutzt den Wert, um zu zeigen, dass Anti‑Boost bereits in großem Maßstab läuft, und kündigt mehr Druck bei Rank Removal in den nächsten Monaten an. Aus 296.416 lässt sich deshalb weder eine League-Smurf-Quote noch eine persönliche Ban-Wahrscheinlichkeit seriös ableiten.
Reports und LP Refunds: wichtiger Hintergrund
League erklärte 2025, wie der Weg zu diesem System aussah. Mit Patch 25.13 kam die Report-Kategorie Rank Manipulation für Boosting, Hitchhiking und Deranking. Patch 25.18 brachte direktere Maßnahmen. Riot sagte außerdem, Spieler könnten erfahren, wenn ein Report zu einer Aktion führt, und LP Refunds seien Teil der breiteren Arbeit gegen durch Competitive-Integrity-Verstöße zerstörte Matches. Der 2026-Anti‑Boost-Beitrag konzentriert sich stärker auf das Zurücknehmen unverdienter Ränge bei Boostees und Hitchhikern. Das bedeutet nicht, dass jede Niederlage gegen einen vermuteten Smurf automatisch LP zurückgibt.
Was Riot als Nächstes plant
Riot sagt, Bans allein reichten nicht, solange Disposable Accounts leicht erstellt werden können. Das Unternehmen will stärkere “proof of life”- und Device-Trust-Signale an den Endpunkten, die sich mit seinen Servern verbinden. Der Beitrag nennt MFA Restrictions oder TPM-2.0-Anforderungen als Maßnahmen, die Spieler auf einem beschleunigten Zeitplan erwarten können, verspricht aber erst später Details zu Zeitpunkt und betroffenen Ranks. Deshalb darf man daraus nicht machen, dass TPM 2.0 oder MFA bereits heute für alle League-Spieler Pflicht seien. Vanguard Pre‑Check ist dagegen schon jetzt verfügbar, um Security Readiness zu prüfen.
Wie du klar auf der sicheren Seite bleibst
Spiele Ranked auf Accounts, die du selbst erstellt hast und kontrollierst. Gib Login-Daten weder einem Boosting-Service noch einem Freund, der für dich hochspielen soll. Kaufe oder leihe keinen Low-Rank-Account, um schwächere Gegner zu bekommen, und halte einen Alt nicht absichtlich niedrig, um Freunde zu tragen. Bei einem persönlichen Alt sollte das Rating Richtung echter Skill steigen, bevor du ihn intensiv in Premades verwendest. Melde offensichtliches Boosting oder Deranking über Rank Manipulation. Aktiviere MFA und schütze die verknüpfte E-Mail; Riot Support verbindet Account Sharing sowohl mit Regelverstößen als auch mit schwierigerer Recovery nach Account-Kompromittierung.
Anti‑Boost-Checkliste
- Ranked nur auf selbst erstellten und eigenen Accounts spielen.
- Login-Daten nie an Boosting-Dienste oder Freunde geben.
- Keinen Low-Rank-Account kaufen/leihen, um schwächere Gegner zu farmen.
- Alt nicht absichtlich niedrig halten, um Freunde zu carryen.
- Persönlichen Alt Richtung echtes Skill-Rating bringen, bevor Premade-Climbs beginnen.
- Nicht absichtlich deranken, um einen Boosting-Account vorzubereiten.
- Bei Verdacht Report > Rank Manipulation nutzen.
- MFA aktivieren und Account-E-Mail absichern.
- Nicht annehmen, TPM 2.0 oder MFA seien bereits für alle League-Spieler Pflicht; Riot will Details später nennen.
- Vanguard Pre‑Check nutzen, wenn du aktuelle Security Readiness vor künftigen Einschränkungen testen willst.
Offizielle Quellen
https://www.riotgames.com/en/news/vanguard-anti-boost | https://www.leagueoflegends.com/en-us/news/dev/dev-banning-bots-boosters-and-more-in-2025/ | https://support-leagueoflegends.riotgames.com/hc/en-us/articles/4402981557267-Protecting-Your-Account
